IZB 2026: Neue Technologien verbinden Automobilindustrie mit weiteren Branchen

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Cross Industry Area ist erstmals Teil der Zulieferermesse. Mit Start-ups und neuen Aussteller wird das technologische Spektrum vergrößert.

Wolfsburg, 28. Oktober 2026. Die Internationale Zuliefererbörse (IZB) 2026 erweitert ihren Blick über die klassische Automobilindustrie hinaus. Mit der erstmals eingerichteten Cross Industry Area bringt die Fachmesse in Wolfsburg Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus der Medizin- und Sicherheitstechnik, der Kreislaufwirtschaft sowie dem Bereich urbaner Technologien mit der Automobilzulieferindustrie zusammen. Ziel ist es, technische Kompetenzen branchenübergreifend zu nutzen und zusätzliche Anwendungen und Geschäftsfelder zu erschließen.

Die Cross Industry Area befindet sich in Halle 3. Zu den beteiligten Unternehmen und Einrichtungen gehören unter anderem das Ostfalia Institut für Recycling, die Technische Universität Braunschweig, Volex und DIVIS intelligent solutions. Die Aussteller präsentieren Technologien und Kompetenzen, die auch außerhalb ihres bisherigen Einsatzbereichs Anwendung finden können.

Ein Schwerpunkt ist die Kreislaufwirtschaft. Die Rückgewinnung und Wiederverwendung von Materialien gewinnen angesichts begrenzter Rohstoffe und veränderter Anforderungen an industrielle Produktionsprozesse an Bedeutung. Für Automobilzulieferer ergeben sich daraus sowohl neue technische Aufgaben als auch Möglichkeiten, bestehende Fertigungs- und Materialkompetenzen in anderen Branchen einzusetzen.

Mit divis intelligent solutions GmbH ist auch ein Tochterunternehmen von Terra Quantum vertreten und somit erstmals ein Unternehmen aus dem Bereich der Quantentechnologie und industriellen Prozessoptimierung in der neuen Cross Industry Area. Jens Beier, Head of Innovation bei divis, kennt die IZB bereits aus früheren beruflichen Funktionen. „Ich fand die IZB schon immer klasse und bin stolz darauf, erstmals mit divis hier zu sein“, sagt Beier. Das Unternehmen bringt insbesondere Erfahrungen aus der Verteidigungsindustrie und der Prozesstechnologie ein. Diese Kompetenzen könnten auch für die Automobilindustrie neue Lösungsansätze eröffnen. Beier sieht im branchenübergreifenden Technologietransfer zugleich einen wichtigen Beitrag zur digitalen Souveränität Europas.

Auch Unternehmen aus anderen Technologiefeldern sind auf der diesjährigen IZB erstmals vertreten. Zu den neuen Ausstellern zählen unter anderem LG Chem, Siemens und Rheinmetall. Sie stehen für unterschiedliche technologische Schwerpunkte, darunter Batteriematerialien, Digitalisierung und Automatisierung sowie Sicherheitstechnik.

Ein Beispiel für digitale Sichtweisen ist NXP. „Die IZB bringt in Wolfsburg die Partner zusammen, die es braucht, um die Transformation der Automobilindustrie voranzutreiben. Fahrzeuge werden zunehmend softwaredefiniert, vernetzt und intelligent. Unsere Zusammenarbeit mit dem Volkswagen Konzern zeigt, was durch enge Kooperation möglich wird: Mit unseren S32K5-Mikrocontrollern unterstützen wir die zukünftige zonale Architektur“, so Martin Grimm, Vice President Automotive Sales EMEA. Die IZB biete auch die Gelegenheit, mit Entscheidungsträgern von Volkswagen darüber zu diskutieren, wie auf Basis des NXP S32N7 super-integration Prozessors künstliche Intelligenz in die nächste Fahrzeuggeneration gebracht werden könne. „Genau dieser Dialog ist entscheidend, um gemeinsam Innovation voranzutreiben und die Mobilität von morgen zu gestalten“, so Grimm weiter.

 

Neue Chancen für Start-ups

Neben etablierten Unternehmen sind auch junge Technologieanbieter in das Messeprogramm eingebunden. Für das neue Start-up-Format wurden vorab 38 Lösungsvorschläge eingereicht. Zehn Start-ups wurden zu sogenannten Deep Dives, also vertiefenden Fachgesprächen, mit Volkswagen eingeladen.

In diesen Gesprächen können Start Ups ihre Ansätze mit den zuständigen Fachbereichen von Volkswagen diskutieren. Mögliche nächste Schritte sind beispielsweise die Erprobung einer Technologie in einem Proof of Concept oder die weitere Bewertung für ein Entwicklungsprojekt.

Wie das Start-up-Format konkrete Geschäftsbeziehungen fördern kann, zeigt die S2data GmbH aus Graz, als eines der ausgewählten Unternehmen für die Deep Dives. Die 2020 gegründete Firma entwickelt KI-gestützte Software, die mithilfe mathematischer Algorithmen Materialflüsse, Transportnetzwerke und Ersatzteillogistik optimiert. Seit 2024 arbeitet S2data mit dem Volkswagen Konzern zusammen. Auf der IZB nutzte das Unternehmen einen Deep Dive, um den Austausch mit den zuständigen Fachbereichen zu vertiefen. „Wir haben auf Augenhöhe darüber gesprochen, wie wir als Start-up den Konzern bei der Optimierung seiner Lieferketten unterstützen können“, berichtet Geschäftsführer Dr. Stefan Kremsner. Aus dem Gespräch seien konkrete Lösungsansätze hervorgegangen, die in weiteren Workshops vertieft werden sollen.

Cross Industry Area ergänzt die Standortstrategie Wolfsburgs

Die Öffnung für weitere Industriezweige steht in Verbindung mit dem Standortkonzept Wolfsburg 2035+. Stadt Wolfsburg und Wolfsburg AG verfolgen damit das Ziel, die wirtschaftliche Basis des Standorts zu verbreitern und vorhandene Kompetenzen in zusätzlichen Geschäftsfeldern einzusetzen. Zu den strategischen Handlungsfeldern gehören Sicherheitsindustrie und Zivilschutz, urbane Technologien und Digitalisierung, Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit sowie Medizintechnik und Gesundheitswesen.

Dr. Tim Schumacher, Vorstand der Wolfsburg AG, erklärt:

„Viele Unternehmen aus der Automobilindustrie verfügen über Kompetenzen, die auch in anderen Industriezweigen gefragt sind. Gleichzeitig können Technologien aus diesen Branchen neue Anwendungen in der Automobilindustrie zu ermöglichen. Mit der Cross Industry Area bringen wir auf der IZB in Wolfsburg Unternehmen zusammen, die bislang nicht selbstverständlich auf einer gemeinsamen Fachmesse vertreten waren.“

Die IZB läuft noch bis Donnerstag, 29. Oktober. Insgesamt sind 858 Aussteller aus 36 Nationen vertreten. Veranstaltet wird die IZB von der Wolfsburg AG, einem Gemeinschaftsunternehmen der Stadt Wolfsburg und der Volkswagen AG.

 

Weitere Informationen: www.izb-online.com

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Wolfsburg AG | Kommunikation